Innsbrucker Nachrichten

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1906-08-25

Am gestrigen Tag feierte einer der bekanntesten markantesten Erscheinungen unserer Stadt, Universität Professor Dr. Ludwig Lantschner, im Kreise seiner Angehörigen bei vollster geistiger und körperlicher Frische sein 80. Wiegensfest. Der Jubilar wurde am 24. August 1826 zu Steinach am Brenner als zweites Kind des Chirurgen Simon Lantschner und der Theresia geb. Strelle, geboren. Die hervorragende ärztliche Veranlagung und Berufsfreude Vaters, dem es leider die Lebensumstände nicht erlaubt hatten, einen höheren akademischen Grad als jenes eines Magisters der Zahnheilkunde zu erreichen, der aber trotzdem oft genug Doktoren der Medizin durch Sicherheit der Diagnostik und erfolgreiche operative Schritte, dabei noch ohne die modernen Hilfsmitteln in den Schatten stellte, hatte sich schon frühzeitig in unverkennbarer Weise an dem aufgeweckten haben bekundet. Nichts war demselben lieber gewesen, als wenn er den Vater bei seinen Besuchen begleiten durfte, abstoßenden Krankheitsbilder vermochten bei ihm nur Gefühle des Interesses, niemals des Abscheues, zu erregen … Nach dem Besuch des Gymnasiums in Innsbruck absolvierte Lantschner das „chirurgischen Studiums“, welches damals an der Universität Innsbruck die heutige medizinische Fakultät vertrat und mit drei Studienjahren sechs Lehrstühle: Anatomie, theoretische Medizin, praktische Medizin und medizinische Klinik, Geburtshilfe, Chirurgie, Vorbereitungswissenschaften, umfasste …1876 habilitierte er an der hiesigen Universität als Privatdozent und wurde vier Jahre später mit der seltenen Ehre des Titels eines außerordentlichen Professors ausgezeichnet. Dem Landessanitätsrat gehörte er gleichfalls durch eine Reihe von Jahren als Mitglied an. Trotz seiner beispiellosen Popularität ist er in der Öffentlichkeit wenig hervorgetreten. Doch hat er seine unbeugsame deutsche Gesinnung auch schon als Student durch die Teilnahme an der „Ersten akademischen Kompagnie“, welche im Jahre 1848 gegen Italien nach Promolano ausrückte, bekundet